Archiv der Kategorie: Grundlagen

Frohe Weihnachten !

Weihnachten in Belarus

Weihnachten ist  eines der beliebtesten Feste weltweit. In Belarus wird Weihnachten abhängig  von der Religion an verschiedenen Tagen gefeiert. Die Katholiken feiern vom 24. Dezember bis zum 6. Januar und die orthodoxen Gläubigen feiern vom 6. bis 21. Januar nachdem julianischen bzw.  gregorianischen Kalender. Diese Weihnachtszeit nennt man im Volk bereits seit den alten Zeiten des Heidentums Kaljady.  Früher hatte Kaljady weder eine Beziehung zu den Katholiken noch zu den Orthodoxen. Mit dem Aufkommen des Christentums wurde das Heidentum verdrängt, doch als Fest wurde Kaljady weiter gefeiert und nach und nach verschmolz das alte Fest mit der Feier der christlichen Konfessionen. Die altenTraditionen und die Art, wie Kaljady gefeiert wurde, sind auch heute noch gut erhalten. Das ist kein Zufall, denn Kaljady war eines der größten Feste der Vorfahren und  diese Tradition wurde von Generation zu Generation weiter gegeben. 

Kaljady in Belarus
Bunt und laut zu Besuch bei den Nachbarn

Kaljady beginnt am Abend des 25. Dezember oder auch am 7. Januar. Der lustigste und schlagfertigste Mann der Runde verkleidet sich mit einer Maske als Ziege, als Bär oder sogar als Storch. Die ganze laute und bunte Gesellschaft besucht mit Musik und Sprüchen die Häuser in  der Nachbarschaft, um zusammen diesen festlichen Anlass zu feiern. Einige Beispiele des Gesangs könnt Ihr Euch hier anhören:

https://soundcloud.com/euroradiofm/guda-1?in=euroradiofm/sets/kaliady
https://soundcloud.com/euroradiofm/20-1?in=euroradiofm/sets/kaliady

Beim Decken des Weihnachtstisches gibt es auch bestimmte Regeln. Hier sind die Traditionen des Heidentums und Christentums sehr eng miteinander verschmolzen. So wird z.B. die traditionelle Speise der Heiden, die so genannte Kutsja (Speise aus Weizengraupen mit verschiedenen Zutaten), auch heute noch auf den Weihnachtstisch gestellt. Traditionell wurde der Weihnachtstisch mit Heu bedeckt, dann kam die weiße Tischdecke darüber. Es mussten 12 Speisen auf demTisch stehen.

Kutsja heißt auch die festliche Tafel, die in der Weihnachtszeit dreimal gedeckt wird. Die erste „arme“ oder „magere“ Kutsja findet am Heiligen Abend (24.12. oder 06.01.) statt, die zweite „reiche“oder „großzügige“ Kutsja mit Fleischgerichten am Abend des Jahreswechsels (31.12.oder 13.01.). Nach der zweiten Kutsja kommt dann die „Magie“ in dasWeihnachtsfest – die Zeit des  Wahrsagens. Die jungen Mädchen stellen Fragen über ihre zukünftige Ehe und ihr Schicksal. Es gibt viele verschiedene Methoden diese Fragen zu beantworten. Ein Beispiel ist die Wahrsagerei mit Pfannkuchen, einem traditionellen Gericht auf jedem Weihnachtstisch. Die Pfannkuchen werden von den Mädchen den Hunden vorgeworfen und wessen Hund den ersten Pfannkuchen auffrißt, diejenige hat das Glück als erste zu heiraten in diesem Jahr.

Eine andere Möglichkeit der Wahrsagerei basiert auf geraden und ungeraden Zahlen: ein Mädchen umarmt den Zaun soweit sie kann. Wenn die Anzahl der Bretter die sie umfasst gerade ist, dann wird  das Mädchen in diesemJahr heiraten. Die dritte Kutsja, die wieder mager ist, wird am Tag der Taufe Christi (05.01. oder 18.01.) gefeiert.

Die Feiern in der Weihnachtszeit sind in Belarus laut und lustig, die Jugend versammelt sich, es wird getanzt, verschiedene Spiele gemacht und die erwähnten wahrsagerischen Rituale abgehalten. Kurz gesagt, alles das, was auch heute die Jugendlichen bei einer Party machen, wenn sie das Fernsehen und  das Smartphone ausschalten – vielleicht mit Ausnahme der Wahrsagerei.

Spendenquittungen 2017

Die Spendenquittungen für das vergangene Jahr sollten in den nächsten Tagen bei unseren Spendern per Post eingehen.
Wir danken allen Spendern und Unterstützern, die uns im letzten Jahr in so vielfältiger Weise unterstüzt haben!

Für Spenden unter 200,- Euro stellen wir seit 2016 keine Spendenquittung mehr aus um die Kosten und die Arbeit gering zu halten (siehe auch Artikel hier).

Alle Spender, die eine Summe bis zu diesem Betrag gespendet haben möchten wir daran erinnern, dass für die Anerkennung beim Finanzamt der vereinfachte Zuwendungsnachweis vollkommen ausreicht.

In diesem vereinfachten Zuwendungsnachweis sind alle Informationen enthalten, die das Finanzamt zur Prüfung des Steuerabzugs benötigt.
Zusammen mit dem Überweisungsbeleg hat dieses Dokument die gleiche Funktion wie eine individuell ausgestellte Spendenquittung (Zuwendungsnachweis).

Das Dokument kannst Du hier:

Vereinfachter Zuwendungsnachweis

bekommen. Gerne senden wir Dir auch eine gedruckte Version zu.

Falls jemand aus irgendwelchen Gründen für Beträge unter 200,- Euro doch eine Spendenquittung benötigt, dann reicht eine kurze Nachricht an den Vorstand aus.

Finanzen

An dieser Stelle möchten wir die Zahlen der jeweils letzten fünf Jahre veröffentlichen, damit jeder die Möglichkeit hat unsere Aktivitäten auch in Bezug auf unsere Einnahmen und Ausgaben nachvollziehen zu können. Die Prüfung der Zahlen 2017 durch unseren Steuerberater ist abgeschlossen, deshalb sind die Zahlen an dieser Stelle aktualisiert worden.

Unsere Einnahmen und Ausgaben sahen in den letzten fünf Jahren wie folgt aus:

Bei dieser Aufstellung ist zu beachten, dass wir erhebliche Mengen an Sachspenden bewegen, für die keine Quittungen ausgestellt werden. Somit unterliegt der Betrag der Sachspenden einer hohen Schwankungsbreite.

Die Bilanz unserer Tätigkeit der letzten fünf Jahre:

Falls es Fragen zu unseren Finanzen gibt oder jemand detailliertere Informationen benötigt, dann reicht eine kurze Information an den Vorsitzenden oder den Kassierer, um die gesamte Buchführung einzusehen. Für uns ist das ein selbstverständlicher Teil der offenen Kommunikation mit unseren Spendern und Förderern.

Newsletter / Blogseite

Eigentlich sollte zu Weihnachten unser neuer Newsletter erscheinen. Wir warten allerdings in den nächsten Wochen noch auf wichtige Informationen, die wir dann auch direkt und umfassend berichten wollen. Der nächste Newsletter erscheint deshalb bis zur nächsten Mitgliederversammlung am 15.03.2018.

Aus privaten Gründen wurde unsere Blogseite in den letzten sechs Monaten leider nicht mit Artikeln bestückt. Wir entschuldigen uns deshalb für die lange Zeit der eingeschränkten Information. Die privaten Projekte sind jetzt abgeschlossen und einer lebendigen Berichterstattung im neuen Jahr steht deshalb nichts mehr im Wege.

Weihnachtsgrüße

Der Vorstand …

Der Vorstand v.l.n.r.: Egbert Kolkman, Alexander Stiben, Johan Schmits, Thomas Merting, Wolfgang Huesken, Thomas Küpker, Nastassia Küpker

… wünscht unseren Mitgliedern, Spendern, tatkräftigen Helfern und Unterstützern ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start in das neue Jahr 2018!

Wir bedanken uns gleichzeitig für die Unterstützung und Hilfe jeglicher Art und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit im nächsten Jahr !

Gutes tun über Amazon Smile !

Wir brauchen Eure Unterstützung !

Ab sofort sind wir als Hilfsorganisation bei Amazon Smile registriert und erhalten von jedem Eurer Einkäufe 0,5% der Bestellsumme an Unterstützung, wenn Ihr anstatt über www.amazon.de über www.smile.amazon.de bestellt !

Ihr könnt auch über das Banner rechts auf unserer Seite direkt zu Amazon Smile kommen. Dann wird auch Chance auf Leben e.V. als unterstützte Organsation automatisch ausgewählt. Das Angebot ist identisch mit dem Amazon-Programm, der einzige Unterschied ist, dass über die Smile-Seite gemeinnützige Organisationen wie unsere unterstützt werden.

Bitte denkt bei Euren Bestellungen immer daran, dass ihr uns ohne Mehrkosten für Euch unterstützen könnt. Ihr müsst nur die Smile-Seite wählen 😉

Mitgliederversammlung 2017

Am Donnerstag, dem 30.03.2017 findet um 19:30 Uhr im Gemeindehaus in Holsten (Feldstr. 2, 48499 Salzbergen) die diesjährige Mitgliederversammlung statt.

Neben dem Jahresbericht des Vorstandes und dem Kassenbericht stehen die Wahlen des Vorsitzenden, Kassierers und eines Revisors auf der Tagesordnung. Außerdem berichten wir über unsere laufenden Aktivitäten und unsere Prioritäten in 2017.

Jeder, der Interesse an unserer Arbeit hat, ist herzlich eingeladen. Eine kurze Anmeldung per Email bis zum 25.03.2017 unter thomas.kuepker@cal-salzbergen.de ist notwendig, damit wir die Räumlichkeiten planen können.

Wir freuen uns auf Dich!

 

 

 

Vereinfachter Zuwendungsnachweis

Aufgrund des nicht unerheblichen Aufwands zur Erstellung und Versendung von Spendenquittungen und den damit verbundenen Kosten haben wir uns nach Rücksprache mit unserem Steuerberater entschlossen für Mitgliedsbeiträge und Spenden kleiner 200,- Euro den vereinfachten Zuwendungsnachweis anzubieten.

In diesem vereinfachten Zuwendungsnachweis sind alle Informationen enthalten, die das Finanzamt zur Prüfung des Steuerabzugs benötigt. Zusammen mit dem Überweisungsbeleg hat dieses Dokument die gleiche Funktion wie eine individuell ausgestellte Spendenquittung (Zuwendungsnachweis). Das Dokument kannst Du hier:

Vereinfachter Zuwendungsnachweis

bekommen. Gerne senden wir Dir auch eine gedruckte Version zu. Falls jemand aus irgendwelchen Gründen für Beträge unter 200,- Euro doch eine Spendenquittung benötigt, dann reicht eine kurze Nachricht an den Vorstand aus. Für Spenden über 200,- Euro werden weiterhin wie gewohnt am Ende jedes Jahres die Spendenquittungen per Brief verschickt.

Gegen das Vergessen

Kennen wir das nicht alle? Es geschieht eine schreckliche Katastrophe und nach einigen Wochen spricht niemand mehr davon? In den Medien ist das Interesse nach ein paar Wochen durch die ständige Aktualität der Berichterstattung schneller verdrängt als die Folgen der Unglücke überhaupt greifbar werden. Bei den Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima war das nicht anders.

Wie die Folgen in der Realität aussehen, das können wir als aktiv Arbeitende am Rande der belasteten Gebiete in der Tschernobyl Region sehr gut beurteilen. Nicht aufgrund von Studien oder Statistiken, sondern aufgrund von persönlichen Erfahrungen aus fast zwanzig Jahren Reisen in diese Region. Der Kontakt mit den Menschen in den belasteten Gebieten, die  dahinter stehenden menschlichen Schicksale und Lebensgeschichten die wir während der vielen Jahre gesehen haben sprechen Bände.

Ein Grund für uns, uns auch mal mit der anderen Seite, der statistischen und wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema zu widmen.

„5 Jahre Leben mit Fukushima – 30 Jahre Leben mit Tschernobyl“, das war der Titel des Kongresses der IPPNW (IPPNW = Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/ Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.) der Ende Februar in Berlin stattfand.

Quelle: IPPNW

Dr. Alex Rosen, Kinderarzt und Vorsitzender der deutschen IPPNW-Sektion, beschrieb in seiner Eröffnungsrede unter dem Titel „Leben mit der Bedrohung“ eindrucksvoll die Bilder, die viele von uns noch vor Augen haben als vor dreißig Jahren die Atomkatastrophe in Tschernobyl seinen Lauf nahm und vor fünf Jahren die Bilder aus Fukushima um die Welt gingen:

„Wir sind nicht bereit, zu vergessen – Den 26. April 1986: der brennende Reaktorrumpf, die hilflosen Rettungskräfte, junge Menschen aus der gesamten Sowjetunion, die mit bloßen Händen strahlende Schuttteile über das Dach des Reaktorgebäudes trugen – als menschliche Roboter, weil elektrische Geräte wegen der hohen Strahlung nicht funktionierten; die radioaktiven Wolken, die quer über Europa zogen – dem Zufall der Windrichtung folgend; Kinder mit Fehlbildungen, Menschen mit Krebs …

Wir sind nicht bereit, zu vergessen – Den 11. März 2011: Erst das Erdbeben, kurz darauf der gigantische Tsunami und dann die Meldung: „Im Atomkraftwerk Fukushima Dai-Ichi ist die Kühlung ausgefallen“. Ein Reaktor nach dem anderen explodiert – fliehende Menschen, Chaos, Verzweiflung, Babys, die mit Geigerzählern auf Strahlung untersucht werden, leere Geisterstädte, Kinder, die mit Strahlenmessgeräten zur Schule gehen oder auf ihre Schilddrüsenuntersuchung warten, Hügellandschaften aus blauen Säcken kontaminierter Erde und Menschen, die alles verloren haben und vor den Trümmern ihrer Existenz stehen.

Diese Bilder haben sich in unser Gedächtnis eingebrannt und können nicht ungeschehen gemacht werden. Sie dürfen nicht vergessen werden.“

Die Auswirkungen dieser beiden Katastrophen auf den Menschen und unsere Umwelt wurden in vielen Vorträgen und Podiumsdiskussionen thematisiert und diskutiert. Führende Wissenschaftler und Fachleute aus Deutschland, Großbritannien, Australien, Finnland, der Schweiz, den USA, Japan und Weißrussland stellten die neuesten Forschungsergebnisse vor. Die Auswirkungen der Strahlung auf die Gene, auf unsere Umwelt, auf die soziale Situation der Betroffenen in den belasteten Gebieten aber auch auf uns, die weit weg von den Unfallorten wohnen und leben wurde deutlich gemacht. Aber auch die hohen Risiken und Auswirkungen der gesamten atomaren Kette wurden intensiv beleuchtet und über Lösungen diskutiert.

Wir konnten für uns eine sehr wichtige Erkenntnis mitnehmen, nämlich dass unsere Erfahrungen über die gesundheitlichen Folgen der Reaktorkatastophe inzwischen in vielen Studien eindeutig nachweisbar sind.

Wir wollen in diesem Artikel keinen Kongress zusammenfassen, der ein ganzes Wochenende gedauert hat. Wir wollen hinweisen auf die vielen guten Vorträge und Präsentationen, die zum Thema auf der Webseite www.tschernobylkongress.de zum Download zur Verfügung stehen. Zusammengefaßt hat die IPPNW die Ergebnisse der vielen verschiedenen Studien im IPPNW Report „30 Jahre Leben mit Tschernobyl – 5 Jahre Leben mit Fukushima / Gesundheitliche Folgen der Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima“. Dieser ist ebenfalls auf der Webseite als Download erhältlich oder aber über diesen direkten Link www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Atomenergie/IPPNW_Report_T30_F5_Folgen_web.pdf.

IPPNW_Bild_6

Es lohnt sich für alle die in diesem Gebiet tätig sind oder auch einfach nur interessiert sind, diesen Report zu lesen.