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Belarus und Tschernobyl

Belarus wurde durch die Tschernobyl-Katastrophe im Jahre 1986 am meisten betroffen, obwohl das havarierte Kraftwerk auf ukrainischem Territorium steht. Die Windrichtung zum Zeitpunkt des Gaus hat dazu geführt, dass ein Großteil des radioaktiven Fallouts auf belarussischem Territorium landete. In Belarus sind 30 % des gesamten Landes radioaktiv belastet, dies entspricht einer Fläche von ca. 62400 km².

Belarus und Tschernobyl

Von der Katastrophe und ihren Folgen sind in Belarus direkt 2,5 Millionen Menschen betroffen. Weitere 6,5 Millionen Menschen in Russland und in der Ukraine. Offizielle Berichte der betroffenen Länder sprechen alleine von 25.000 Toten unter der Gruppe der Liquidatoren (Quelle: staatliche Stellen der 3 betroffenen Staaten). Die ukrainische Botschaft berichtet 2005, dass 94 % der so genannten Liquidatoren heute krank sind. Es waren in den Jahren nach der Katastrophe zwischen 600.000 und 1.000.000 Menschen zur Beseitigung der Folgen der Reaktorkatastrophe im Einsatz. Weiterhin sind 84 % der ca. 3 Millionen Menschen, die in der Ukraine radioaktiver Strahlung ausgesetzt waren krank. Die Krebsrate in der Republik Belarus hat sich nach dem Gau um 40 Prozent erhöht (Quelle: weißrussisches Krebsregister). Dies sind nur einige Zahlen, die aus der Metastudie ’20 Jahre nach Tschernobyl‘ der Organisation IPPNW entnommen wurden.

Quelle: http://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Tschernobyl_Studie_2011_web.pdf

Die Hilfe in diesen Gebieten ist auch 26 Jahre nach dem Unfall immer noch aktuell. Insbesondere die Spätfolgen der Niedrigstrahlung kommen teilweise erst jetzt zum Vorschein. Auch ist die Verseuchung mit Cäsium 137 und Strontium 90 noch über Jahrzehnte gegeben. Die Gebiete werden über Jahrhunderte unbewohnbar bleiben.

Für nähere Informationen sind wir gerne bereit, nach Terminabsprache ausführlicher zu diesen Themen zu berichten. Da wir seit mehr als 15 Jahren die belasteten Regionen besuchen, können wir nicht nur aus Studien berichten, sondern auch aus unserer ganz persönlichen Erfahrung heraus.

Unsere Partner …

Seit Juni 2013 arbeiten wir mit der Hilfsorganisation „White Dove over Chernobyl“ zusammen. Die Organisation betreut mehr als 200 sozial schwache und durch Krankheit und Behinderung belastete Familien, wickelt Hilfstransporte ab und hat fünfzehn Jahre Erfahrung in der humanitären Arbeit im Gomeler Gebiet. Auch Kindererholungsaufenthalte wurden organisiert und durchgeführt.

Die guten Erfahrungen der letzten Jahre, insbesondere die unkomplizierte und harmonische Abwicklung von inzwischen fünf Hilfstranporten bestätigen uns in der Auffassung, den richtigen Partner gefunden zu haben. Direktorin und gute Seele der Organisation ist Viktoriya Yakuvleva.

Über uns …

Der Verein „Chance auf Leben e.V.“ ist durch eine Gruppe von Gastfamilien aus Salzbergen und Umgebung, die teilweise bereits seit mehr als  20 Jahren in der Tschernobylhilfe tätig sind, im Dezember 2008 gegründet worden. Einige der Gründungsmitglieder waren im August des Jahres 2008 im Rahmen einer Gastelternreise in Weißrussland, dem durch die Tschernobylkatastrophe von 1986 am meisten betroffenen Land. Einige von uns konnten sich während dieser Fahrt erstmals ein Bild von der Situation der Menschen vor Ort machen und insbesondere auch sehen, wie gezielte Hilfe zu Verbesserungen der Lebensbedingungen der dort lebenden Menschen beitragen kann.

Es hat uns insbesondere beeindruckt, wie diese gezielte Hilfeleistung zu Perspektiven für Menschen führt, die im dortigen politischen System ansonsten keine Chance auf eine lebenswerte Zukunft gehabt hätten.

Gastelternreise 2008 - Bild-Nr.0590

Die Gruppe der Gastelternreise 2008

Dies trifft insbesondere auf Menschen mit Behinderung zu. Wir haben anfangs mit unserer irischen Partnerorganisation „StudentAid Chernobyl“ die bereits laufenden Projekte vorangetrieben. Seit der Wirtschaftskrise in Irland war die Verantwortlichkeit für die Projekte allein bei uns. Die Finanzierung der betreuten Institutionen wird inzwischen durch das Staatsbudget weitgehend sichergestellt, so dass wir uns seit einiger Zeit gezielter auf Hilfeleistungen für Familien mit behinderten Kindern und auf unsere Hilfstransporte konzentrieren. Diese bringen direkt benötigte Hilfe in die Familien und Institutionen.

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