Tag 7

Der Tag der Abreise aus Gomel steht uns bevor. Wir wollen gemütlich starten und uns ohne Stress auf den Weg nach Minsk machen. Treffen mit unseren Dolmetschern Jenny und Andrei ist für zehn Uhr angesetzt. Unsere beiden Dolmetscher warten schon auf uns, als wir zur Rezeption kommen. Wir klären die Rechnung im Hotel, haben aber nicht genügend Landeswährung in der Tasche und müssen deshalb noch Geld tauschen.

Wir fahren los zur nächsten Bank. Problemlos und diesmal ohne eine Nummer zu ziehen oder Schlange zu stehen werden wir zügig bedient. Manchmal klappt es dann doch.

Wir zahlen unsere Rechnung, packen unsere Koffer ins Auto und verabschieden uns vom Hotelpersonal. Wir machen uns auf den Weg durch die Stadt, vorbei an riesigen Häuserblöcken und uns bekannten Orten wie das Hotel Tourist.

Nach etwa einer Stunde und einigen Einkäufen sind wir auf der Schnellstraße in Richtung Schlobin unterwegs. Die Straßen sind gut ausgebaut, allerdings nur so lange bis wir durch Schlobin durch sind. Hier fängt die gefühlsmäßig wohl längste Baustelle der Welt an. 60 Kilometer sehen wir riesige Sandberge, fahren Umleitungen und sehen Baufahrzeuge in ungewohnter Vielzahl. Hier werden in einem weißrussisch-chinesischem Großprojekt die letzten Kilometer der Autobahn Minsk – Gomel fertig gestellt. Ende diesen Jahres soll die Autobahn fertig sein.

Kurz vor Bobrusk sehen wir die Folgen von Unachtsamkeit oder auch Faulheit, wie unser Dolmetscher Andrei vermutet. Die Leute brennen ihre Felder ab, um nicht mähen zu müssen. Hektarweise stehen die umliegenden Felder in Brand. Die Sicht ist verdunkelt, der Rauch brennt in den Augen. Dies zieht sich über mehrere Kilometer bis zum Stadtrand von Bobrusk. Feuerwehrfahrzeuge sind nur wenig zu sehen.

In der Stadt sehen wir das ein- oder andere ungewöhnliche Fahrzeug vor uns herfahren. Nach der Stadt sind wir froh, wieder auf einer sehr gut ausgebauten zweispurigen Straße mit zügiger Geschwindigkeit weiter fahren zu können. Die Zebrastreifen über die Autobahn wundern uns nicht mehr, die kennen wir schon aus der Vergangenheit.

Gegen 16 Uhr erreichen wir den Stadtrand von Minsk. Viel Verkehr ist normal für die fast zwei Millionen Einwohner zählende Stadt. Wir setzen uns mit unserem Vermieter in Verbindung und fahren zu unserem gemieteten Appartement. Wie immer ist die Parkplatzsuche in den Hinterhöfen der Stadt aufwendig. Der Vermieter erwartet uns schon, wir unterschreiben unseren Mietvertrag und bekommen noch einige Erklärungen zur Wohnung und den WLAN-Schlüssel des eigenen Funknetzes. Wir wundern uns, dass bei der Verkabelung vor der Tür dieses überhaupt funktionieren kann. Aber es tut.

Wir verabschieden uns schweren Herzens von unseren beiden Dolmetschern. Andrei fährt noch am gleichen Tag zurück nach Gomel, Jenny fährt zu ihrer Minsker Wohnung. Wir waren die ganze Woche ein tolles Team und freuen uns jetzt schon auf Juni, dann sehen wir uns wieder.

Abends treffen wir uns mit Anastasia von der Minsker Hilfsorganisation UniHelp, wir kennen uns seit dem letzten Jahr und haben in einem Fall erfolgreich zusammen gearbeitet. Wir sprechen über die mögliche zukünftige Zusammenarbeit.

Nach einem gemeinsamen Essen endet für uns der Abend und wir fahren mit dem Taxi zurück zur Wohnung. Das Taxi zum Flughafen ist bereits für kurz vor Acht bestellt. Morgen geht es wieder nach Hause.

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