Tag 6

Bürotag! Was heißt das für uns? Viel zu kleine Räume, unbequeme Hocker und lange Diskussionen und Gespräche. Zusammenfassung, Wiederholung und Querchecken ob alles richtig verstanden wurde. Das kennen wir schon sehr gut nach den vielen Jahren aber auch diese Arbeit muss sein. Die Buchführung will gemacht sein, die Projekte abgesprochen und die Informationen des nächsten Hilfstransportes müssen ausgetauscht werden. Für beide Seiten eine lange und anstrengende Arbeit.

Schön, dass wir viel Spaß und viele „Schutkas“ (Witze) während unserer gemeinsamen Zeit machen. Das lockert die trockene Materie doch ein wenig auf. Nach fast fünf Stunden intensiver Gespräche haben wir alle Punkte auf unserer Liste abgearbeitet.

Gerade rechtzeitig, um den Termin bei der Hilfsorganisation „Fond Gesundheit“ wahrzunehmen. Wir haben Einladungen aus Deutschland mit dabei für Kinder, die zur Erholung im Sommer in Gastfamilien im Emsland und in der Grafschaft Bentheim kommen werden. Diese müssen im Original vorliegen. Der Postweg verspricht nicht immer den gewünschten Erfolg.

Gegen drei Uhr treffen wir uns mit Galina und fahren zum Kinderkrankenhaus Nr. 3 am Rande der Stadt. Wir wollen uns ansehen, was im letzten Jahr für eine zweckgebundene Spende gekauft wurde. Also rein in den Kittel und auf die Frühgeborenenstation. Wir sind begeistert von der guten Ausstattung der Station. Der leitende Arzt Iwan und sein Stellvertreter Igor führen uns zusammen mit der leitenden Oberschwester Olga durch die Räume. Wir sehen die Brutkästen, in denen die kleinen Würmchen liegen. Einige sind mit 700 g zur Welt gekommen und arbeiten jetzt mit Hochdruck an Gewichtszunahme.

Die Decken für die Brutkästen und die speziellen Kissen sind sehr wichtig für die kleinen Babys. Wir sehen mit eigenen Augen, dass die Hilfe aus dem letzten Jahr sehr gut angekommen ist.

Es wird uns alles gezeigt, die Räume mit den Brutkästen, die Zimmer in denen die Mütter schlafen und auch die Besuchsräume. Wir sehen sogar einen Vater, der sein Frühgeborenes besucht und fragen gleich, ob wir ein Foto machen dürfen. „Natürlich“ lautet die spontane Antwort.

Wie in vielen anderen Krankenhäusern werden auch hier Betten benötigt. Ein Wunsch, der immer wieder an uns rangetragen wird.

Das Krankenhaus Nr.3 ist nicht das einzige Krankenhaus mit einer Frühgeborenenstation. Allein in diesem Krankenhaus werden aber mehr als 2500 Kinder pro Jahr zur Welt gebracht.

Es war eine schöne Besichtigung mit sehr angenehmen Menschen. Wieder merkt man deutlich das Herzblut, was die einzelnen Mitarbeiter in ihren Job einbringen.

Wir fahren zurück in die Stadt. Es ist inzwischen 17 Uhr. Einen kurzen Halt machen wir bei einem Kunstgeschäft. Hier hängen Bilder von Nastja Schabaltas, unserer befreundeten Künstlerin.

Wir scherzen im Auto mit Andrei, unserem Dolmetscher. Das grüne Geschäft auf dem Weg nach Choiniki (siehe Tag 4) hatte auf dem Schild mit den Öffnungszeiten stehen, dass jeden Mittwoch und jeden zweiten Dienstag Feiertag ist. Können wir das auch so bekommen?

Zur Tradition geworden ist ein gemeinsames Treffen mit unseren Partnern am letzten Abend. Wir treffen uns im „Alte Zeiten“ Restaurant um acht und besprechen noch einige Punkte. Andrei kommt an diesem Abend zusammen mit seiner Frau Tamara. Uns verbindet eine ganz besondere Geschichte. Beide waren von uns im Jahre 2011 als Dolmetscher bei der Bike2Belarus Tour eingesetzt, Andrei für Übersetzungen ins Deutsche und Tamara für die Englischübersetzungen. Wir waren damals zusammen mit irischen Studenten in Belarus. Die beiden haben sich dort kennen- und lieben gelernt, sind jetzt verheiratet und haben einen gemeinsamen Sohn von acht Monaten. Wir finden die Beiden sind ein tolles Paar!

Ein guter Tag geht zu Ende. Die Müdigkeit wird größer und größer und wir freuen uns schon langsam auf die Heimreise. Wir sind aber zufrieden, weil wir alle Fragen klären konnten, gute Termine hatten und auch eine gute Zeit gehabt haben.

Morgen fahren wir nach Minsk, übernachten dort eine Nacht und am Samstagmorgen fliegen wir wieder zurück in die Heimat.

 

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