Mitgliederversammlung 2017

Im Gemeindehaus Holsten begrüßte Thomas Küpker am 30.03.2017 die Mitglieder und Gäste zur diesjährigen Mitgliederversammlung und berichtete über die Aktivitäten des vergangenen Jahres. 54 Mitglieder aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim und davon 20% Niederländer sind im Verein.

Thomas Küpker und Thomas Merting beim Vortrag auf der Mitgliederversammlung 2017

Im Namen des gesamten Vorstandes bedankte er sich bei den vielen Spendern, freiwilligen Helfern, Second-Hand-Shops, Kleiderbörsen, Krankenhäusern, bei den verschiedenen Ortsverbänden des DRK, hier persönlich beim anwesenden Heinz Humbert vom DRK Elbergen und insbesondere bei den Verantwortlichen der Firma H&R, ohne die diese erfolgreiche Arbeit nicht möglich wäre.

Vollstes Vertrauen hat der Vorstand des Vereins „Chance auf Leben e. V. für seine ehrenamtliche Arbeit. Einstimmig bestätigten die Mitglieder den langjährigen Vorsitzenden Thomas Küpker und den Kassierer Thomas Merting. Als Revisor wurde Christian Otten neu gewählt. Die weiteren Vorstandsämter standen nicht zur Wahl.

 

Siebter Hilfstransport in Gomel angekommen!

Mit mehr als 11,2 t Hilfsgütern ist unser siebter Hilfstransport am gestrigen Samstag in Gomel angekommen. Nach Bearbeitung der Zollpapiere wurde der LKW bereits heute entladen und die Hilfsgüter ins Zolllager eingelagert.

Nachdem am Donnerstag, dem 23.03.2017 etwa 20 Helfer in drei Stunden die Beladung des Transportes am Zentrallager der H&R in Salzbergen durchgeführt hatten machten sich die beiden Fahrer Folkert Lüpsen und Arno Kapels direkt auf den Weg in die weissrussiche Stadt Gomel.

Der Grenzübertritt am Grenzübergang Brest klappte mit Ausnahme eines fehlenden Dokumentes weitestgehend normal und dauerte etwa sieben Stunden. Nachdem bei unserem letzten Hilfstransport im April des Vorjahres geschlagene 28 Stunden gebraucht wurden ist das eine erfreuliche Zeit. Bereits am Samstag gegen 15 Uhr traf der LKW in Gomel ein.

Nach Bearbeitung der Zolldokumente durch unsere Partnerorganisation „White Dove over Chernobyl“ konnte der LKW am heutigen Sonntag bereits entladen werden.

Neben mehr als 670 Kartons mit Kleidung (8,4 t) und anderen Textilien und fast 50 Kartons (0,5 t) mit Schuhen wurden auch mehr als 30 Rollstühle und über 80 Rollatoren nach Gomel geliefert. Weiterhin waren Krankenhausbetten, Windeln, Plüschtiere und Computer inklusive Displays für den Einsatz in Schulen in der Ladung enthalten.

Bislang sind durch den Verein damit mehr als 85 t an Hilfsgüter in sieben Transporten ins Gomeler Gebiet gefahren worden. Seit Gründung des Vereins im Jahre 2008 sind weit über 250.000 € an Geld- und Sachmittel für die unterschiedlichsten Projekte bereitgestellt worden.

Die Hilfstransporte sind neben der sozialen Hilfe für bedürftige Familien eine Sparte des Vereins, die weiter ausgebaut werden soll. Aktuell verfolgt der Verein außerdem ein Projekt zur Normalisierung der Situation von Kindern direkt an der Zonengrenze zu Tschernobyl durch den Bau einer Sportanlage in der kleinen Kolchosenstadt Choiniki.

Weitere Informationen zum Sportprojekt findet Ihr auf dieser Blogseite. Ansprechpartner für die Anlieferung von Sachspenden ist Annette Theußing (Telefon 05976 / 2557).

Mitgliederversammlung 2017

Am Donnerstag, dem 30.03.2017 findet um 19:30 Uhr im Gemeindehaus in Holsten (Feldstr. 2, 48499 Salzbergen) die diesjährige Mitgliederversammlung statt.

Neben dem Jahresbericht des Vorstandes und dem Kassenbericht stehen die Wahlen des Vorsitzenden, Kassierers und eines Revisors auf der Tagesordnung. Außerdem berichten wir über unsere laufenden Aktivitäten und unsere Prioritäten in 2017.

Jeder, der Interesse an unserer Arbeit hat, ist herzlich eingeladen. Eine kurze Anmeldung per Email bis zum 25.03.2017 unter thomas.kuepker@cal-salzbergen.de ist notwendig, damit wir die Räumlichkeiten planen können.

Wir freuen uns auf Dich!

 

 

 

Termin für diesjährige Gomelreise festgelegt

Der Vorstand hat den Termin für die diesjährige Gomelreise auf den 17.06.2017 bis zum 24.06.2017 festgelegt. Interessenten melden sich bitte bis zum 10.03.2017 beim Vorstand.

Endlose Straßen auf dem Weg nach Choiniki

Das Programm wird unter Berücksichtigung der Wünsche der Mitreisenden gemeinsam abgestimmt. Neben Besuchen bei unseren unterstützten Institutionen steht u.a. ein Besuch in der gesperrten Zone, der Besuch von unterstützten Familien und ein Tag in der Hauptstadt Minsk auf dem Programm.

Wir freuen uns auf Eure Teilnahme!

Hilfstransport startet bald, allerdings ohne Privatpakete !

Der Termin für den nächsten Hilfstransport ins Gomeler Gebiet steht fest. Am 23. März 2017 wird unser bereits siebter Hiflstransport beladen und in Richtung Weissrussland starten.

Die Spedition Lüpsen u. Sohn – Langjähriger Partner bei unseren Transporten

Für die Gastfamilien der belarussischen Kinder gibt es leider eine schlechte Nachricht. Der Versand von Privatpaketen an die Gastkinder ist aufgrund von gesetzlichen Änderungen nicht mehr möglich.

Die neuen Regelungen erfordern eine detaillierte Ladeliste sämtlicher Inhalte aller Privatpakete. Detailliert heißt dabei, dass für zwei Schokoladen zwei verschiedener Hersteller auch zwei Positionen auf der Ladeliste erforderlich sind. Für jede einzelne Listenpositionen sind außerdem Gebühren zu zahlen.

Bei Abweichungen zwischen Ladeliste und angegebenen Inhalten besteht die Gefahr, dass die gesamte Ladung konfisziert wird.

Wir werden während unser Reise im Juni versuchen, mit den Verantwortlichen vor Ort nach neuen Möglichkeiten für die Zukunft zu suchen.

Visafreiheit für Kurzzeitaufenthalte in Belarus

Ab 12. Februar 2017 tritt in Belarus für ausländische Kurzzeitreisende die Visafreiheit in Kraft.

Der Erlass Nr. 8 über visafreie Ein- und Ausreisen für Ausländer wurde am 11. Januar 2017 veröffentlicht. Das Dokument tritt in der Regel einen Monat nach seiner offiziellen Veröffentlichung in Kraft. Somit können ab dem 12. Februar 2017 Bürger aus 80 Staaten, die für maximal 5 Tage nach Belarus einreisen, laut dem Erlass ohne Visum nach Belarus kommen.

Eine touristische Reise nach Belarus lohnt sich alleine schon wegen der wunderbaren Natur

Die Details zur Neuregelung wurden am 10. Januar bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Vertretern des Außenministeriums, Innenministeriums, Grenzschutzkomitees und des Ministeriums für Sport und Tourismus bekannt gegeben. Der Erlass erstreckt sich auf 39 europäische Staaten, sowie auf Brasilien, Indonesien, die USA, Japan und andere Staaten. Die visafreie Einreise nach Belarus gilt allerdings nicht für die Ausländer, die von russischen Flughäfen ins Land kommen.

Das Staatliche Grenzkomitee ist auf den Zustrom von Auslandstouristen vorbereitet, erklärte der Verwaltungsleiter für die Grenzkontrolle des Staatlichen Grenzkomitees, Oleg Ljaschuk, am 10. Januar der Nachrichtenagentur BelTA. „Wir sind bereit, den wachsenden Strom ausländischer Bürger an der Grenzübergangsstelle im Nationalflughafen Minsk abzufertigen. Wir können – falls notwendig – auch zusätzliche Arbeitsplätze einrichten“, bemerkte er.

Viele Berichte sprechen dafür, dass der Tourismus und damit die Erleichterungen bei der Einreise in Belarus in der Zukunft eine größere Bedeutung bekommen wird. So fanden unlängst Gespräche zwischen Vertretern der belarussischen Seite mit französischen Partnern in Paris statt, wo es um die Ausweitung des Öko-, Fahrrad-, Fluss-, Sport- und Kulturtourismus in Belarus ging.

Die durch die Änderung wegfallende Vorabkontrolle der Einreisenden bei Visabeantragung und Visaerteilung durch die Botschaft führt bei den Verantwortlichen dennoch zu einigen zusätzlichen Fragestellungen. So hat das belarussische Innenministerium mit russischen Diensten zusätzliche Maßnahmen gegen den Missbrauch der Visafreiheit für ausländische Bürger getroffen. „Zusammen mit russischen Kollegen treffen wir die zusätzlichen Maßnahmen, um den Missbrauch der Visafreiheit zu vermeiden“, unterstrich Alexej Begun , der Leiter des Departements für Staatsbürgerschaft und Migration des belarussischen Innenministeriums gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur BELTA.

Laut Begun werde die Frage über die Kontrolle des Aufenthalts der ausländischen Bürger im Unionsstaat im Arbeitsausschuss des Innenministeriums von Belarus und Russland erörtert. Das Innenministerium sei für die Kontrolle der Ausländer in Belarus zuständig, die über den Nationalflughafen Minsk kommen würden. „Wir werden Informationsressourcen nutzen, um die Ein- und Ausreise jeder Person im Rahmen des visafreien Bereiches zu kontrollieren“, erläuterte Alexej Begun. Sicherlich ist dieses im Hinblick auf die Reisefreiheit zwischen Russland und Belarus notwendig und verständlich.

Das Sportministerium prognostiziert nach Abschaffung der Visumspflicht 20% mehr Touristen in Belarus. Das belegen auch Zahlen aus der Vergangenheit. Vor einiger Zeit hatte Belarus die Visumspflicht für die Staatsbürger Israels, der Türkei und einiger anderen Staaten abgeschafft. Seit der Abschaffung der Visumspflicht verdoppelte sich die Zahl israelischer Touristen, die Zahl türkischer Touristen stieg um das 1,5-fache.

Quellen:

http://deu.belta.by/politics/view/visafreier-kurzzeitaufenthalt-in-belarus-gilt-ab-12.-februar-2017-29167-2017/

http://deu.belta.by/society/view/grenzkomitee-bereit-zur-vergroserung-des-touristenstroms-im-nationalflughafen-minsk-29171-2017/

http://deu.belta.by/society/view/tourismuspotenzial-von-belarus-in-sitzung-in-paris-erortert-29262-2017/

http://deu.belta.by/politics/view/ausenministerium-spricht-von-hohem-interesse-der-auslander-an-visafreier-einreise-nach-belarus-29177-2017/

Dominic Hope Haus in Retchiza – Haus der Hoffnung

Zusammen mit unseren irischen Partnern „StudentAid Chernobyl“ haben wir das Dominic-Hope-Haus in Retchiza vor einigen Jahren eröffnet. Ziel war es damals ein Haus zu schaffen, in dem westliche Standards bei der Unterbringung von jungen Menschen mit Behinderung eingehalten werden. Das Haus sollte in erster Linie eine Bereicherung für die jungen Bewohner darstellen, die in diesem Haus zu einem weitgehend selbstständigen Leben ermutigt werden sollen und hier alles Notwendige dafür lernen können. Es diente ebenfalls als gutes Beispiel und Anregung für ranghohe weißrussische Sozialpolitiker, um die bisherige Praxis der Unterbringung von jungen Menschen in Wohnheimen zu überdenken.

Wir haben erst vor kurzem einen Artikel in die Hände bekommen, der in Retchiza im regionalen Online-Portal dneprovec.by veröffentlicht wurde. Dieser Artikel malt ein Bild des Dominic-Hauses aus einer anderen Perspektive. Hier für Euch der Artikel in deutscher Übersetzung:

 Haus der Hoffnung

 (Artikel vom Online-Portal dneprovec.by / Retchiza online vom 22 Oktober 2015)

Der gepflegte Weg führt zum Hof, wo im Schatten der Bäume sich ein freundliches Haus versteckt. Die Hausbewohner sind Menschen, die nicht den Mut verloren haben und ein für allemal zu Siegern im Kampf gegen Widrigkeiten geworden sind.

Das gemütliche zweistöckige Haus hat nicht nur eine Adresse, das Haus hat auch einen Namen. Einen Namen, der die Hoffnung und die sichere Zukunft schenkt: „Dominik Haus – Haus der Hoffnung“.

„In unserem Haus können bis zu 10 Personen wohnen“ erzählt die Leiterin Elena Kuzowa. „Jetzt haben wir 9 Einwohner im Alter zwischen 18 und 38 Jahren. Alle haben Behinderungen ersten, zweiten oder dritten Grades“.

Das Haus ist barrierenfrei und an Bewohner mit  Behinderungen angepasst. „Hier können sogar diejenigen, die im Rollstuhl sitzen, selbständig eine Dusche nehmen, ohne auf die Hilfe von den anderen angewiesen zu sein“. Außerdem wohnen im Haus ein Kaninchen und ein Hamster. „Unsere Bewohner sollen sich nicht nur um sich selbst kümmern können“, überzeugt die Leiterin.

Sich zu sozialisieren und sich in die Gesellschaft integrieren; das sind die Ziele, die die Leiterin des Hauses für ihre Schützlinge erreichen will. Ihnen wird beigebracht wie man kocht, putzt, sich selbst bedient und mit Geld umgeht. Irgendwann müssen sie allein zu Recht kommen und diese Fähigkeiten und Fertigkeiten dürfen nicht fehlen. „Unser Witja kann Borschtsch (Rote Beete Suppe) besser als meine Mama kochen, die aus der Ukraine kommt“, lacht die Leiterin.

Glasperlenbastelei, Stickerei und die eigene Kleidung reparieren – das können die Dominic Haus Bewohner schon. Und was für ein Sonnenschutzdach haben sie aus den alten und zerrissenen Jeans für die (Hollywood-)Schaukel genäht! Zum bewundern! An jeder  städtischen Veranstaltung nehmen sie teil und die Teilnahme an Ausstellungen ist bereits eine Tradition. Genauso wie die Teinahme an Sportwettbewerben.

Die geräumige Küche ist mit allen nötigen Haushaltsgeräten ausgestattet. Alles an seinem Platz. Auch die Produkte im Kühlschrank. Maxim, der seit einem Jahr im Dominic Haus wohnt, erzählt stolz welche Vorräte sie haben und danach teilt mit uns das Rezept der Frikadellen, die er gestern für alle gebraten hat. Schrittweise und detailliert. Noch vor einem Jahr, als der Junge noch in einem Heim war, konnte er ohne Hilfe kein Ei braten. „Früher wohnte ich in einem Wohnheim und konnte nichts – erinnert sich Maxim –  und heute ich kann für mich selbst kochen, arbeite im Garten. Ich habe selbst Erbsen, Zwiebeln und Kartoffeln angebaut!“. Die Ernte wird zu Marmelade, Kompott und zu den anderen Produkten als Vorrat verarbeitet.

Die Mutter des 21-jährigen Maxim ist unter unerklärten Umständen ums Leben gekommen. Kein Vater, die Verwandten wollen ihn nicht aufnehmen. „Wir wollen, dass Maxim so lange wie möglich bei uns bleibt. Sonst gerät er sehr schnell unter fremden Einfluss. Die Aufsicht ist nötig für ihn“, sagt die Leiterin.

Olga wohnt im Dominic Haus erst seit August, aber sie hat schon ihr neues Zuhause lieb gewonnen. „Bei uns ist es fast wie in Italien“, – sagt Olga. Olgas Mutter hat sie mit 18 Jahren im Rettungswagen zur Welt gebracht, ist danach ausgestiegen und auf immer aus Olgas Leben verschwunden.

„Hier hat jeder seine Geschichte. Komplizierte und echte Geschichten. Kostja, zum Beispiel, wurde behindert geboren. Der Vater diente bei den Raketentruppen. Vielleicht war das der Grund dafür? Die Eltern haben ihn fallengelassen. Nach 18 Jahren hat der Junge sie wieder gefunden. Erst waren es nur kurze Telefonate, dann hat er sie besucht und heute ist alles gut, sie reden regelmäßig miteinander“.

„Insgesamt ist die Einstellung zu den behinderten Menschen leider nicht immer positiv“ erzählt die Leiterin weiter. „Manchmal drehen sich die Menschen einfach um unter dem Motto: ‚Was ich nicht sehe, existiert nicht in der Gesellschaft‘ . Manchmal schauen sie mit Missachtung. Aber niemand kann sich sicher sein, dass man nicht selbst morgen in solch einer Lage ist. Nicht alle sind mit Behinderung geboren! Manche haben ihre Behinderung auch infolge eines Unfalls bekommen. Meine Freunde haben sich daran gewöhnt und haben andere Ansichten. Die Nachbarkinder haben auch keine Vorurteile unseren Einwohnern gegenüber. Die Verkäuferinnen im Laden beraten die Einwohner sogar, was am günstigsten zu kaufen ist“.

Um sich und um die anderen sich kümmern, das ist das Hauptprinzip des Lebens im Dominic Haus. „Jeder möchte ein wenig Aufmerksamkeit“, fasst die Leiterin zusammen. Einsam sein ist doch sehr schlimm. Und wir hier sind eine Familie“.

Quelle des Originaltextes in russischer Sprache:

http://dneprovec.by/society/2015/10/22/9398

Sportplatz für unsere Kinder in Choiniki

Einen neuen Sportplatz für die Schule Nr.3 in Choiniki, das ist unser erklärtes Ziel im aktuellen Projekt. Kein Rasenplatz, der intensive Pflege erfordert, sondern ein Kunststoffplatz mit Mehrfachmarkierung, der es erlaubt unterschiedliche Sportarten auf einem Platz zu praktizieren. Also Fussball, Basketball und Volleyball. Wir wollen damit den Menschen helfen, die keine Alternative zu ihrem radioaktiv belasteten Lebensraum haben.

gruppenbild-kinder-3

Hoffnung und ein Stück weit Normalität für die Kinder in Choiniki

So etwa könnte man den Zweck beschreiben, den wir mit unserem Projekt erreichen wollen. Keine hochtrabenden Ziele, keine Herz zerreißenden Geschichten, einfach nur etwas mehr Normalität bringen.

Diese ist in Choiniki, der kleinen Kolchosenstadt mit etwa 30.000 Einwohner am Rande der verstrahlten Zone nicht selbstverständlich. Seit dreißig Jahren kämpfen die Bewohner mit den Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Seit dreißig Jahren gehören Krankheiten und Ängste zum Alltag.

Wir sind seit mehr als 20 Jahren mit dieser Stadt über die Kinderaktion der ev.-luth. Landeskirche verbunden. Viele Gastfamilien in der Grafschaft und dem Landkreis Emsland hatten bzw. haben Kontakte zu Familien in dieser Stadt. Unsere ersten persönlichen Kontakte mit den Bewohnern dieser Stadt liegen inzwischen 18 Jahre zurück.

Grundsätzliche Veränderungen in Bezug auf Krankheiten, Ängste und die vorherrschende Radioaktivität sind in diesem Gebiet auf lange Sicht nicht absehbar. Unser Projekt kann allerdings Hoffnung geben, es kann das normale Leben verbessern und für die Kinder einen Schritt zu mehr Normalität sein.

haupteingang-schule

Während der Gedenkfeiern zum 30ten Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe sahen wir viele Menschen mit Tränen in den Augen. Wir bekamen hautnah mit, wie tief diese Katastrophe sich in das Leben der Menschen eingegraben hat. Niemand spricht gerne darüber.

Choiniki ist für viele die Heimat; viele sind auch hierher umgesiedelt worden. Leben will hier kaum jemand. Ist da doch die ständige Angst vor Krankheiten; die ständige Angst im heißen Sommer vor Waldbränden. Diese schleudern die Radioaktivität in die Luft und verteilen sie über der Stadt. Der in unseren Gesprächen meist genannte Grund hier zu wohnen ist die mangelnde Alternative. Es gibt einfach keine Möglichkeit wegzuziehen!

Während dieser Reise wird uns klarer als zuvor, dass die Verbesserung der bestehenden Lebenssituation in dieser Stadt das einzige ist, was wir für die Menschen tun können.

Als wir uns intensiv mit dem Direktor der Schule Sergej Subok über das Projekt unterhalten haben, sagte er uns: „Wir suchen über zehn Jahre nach Möglichkeiten, diese Sportanlage zu entschärfen. Wir hatten viele Unfälle auf diesem Platz, teilweise mit schweren Verletzungen wie gebrochenen Knochen aber auch etliche Platzwunden. Das ist aber für uns nicht der einzige Grund diesen Platz neu gestalten zu wollen. Wir müssen sämtliche Sportwettbewerbe auf diesem Platz durchführen. In diesem Jahr z.B. verunfallte Veronika Machowets. Für dieses Mädchen hat der Feiertag in einem traumatischen Erlebnis geendet. Mit Wunden an beiden Händen und im Gesicht und gebrochenem Nasenbein. Wir wollen einfach auch mehr Sicherheit für unsere Kinder und Schutz vor diesen Erlebnissen!“.

Das war für uns ein neues Argument, einen schönen Tag nicht zu einem traumatischen Erlebnis werden lassen. Zehn Jahre lang haben die Verantwortlichen versucht das Geld bei den Behörden zu bekommen. Zehn Jahre lang gab es die gleiche Antwort.

Sergej fügte hinzu: „Insbesondere in den belasteten Gebieten ist es wichtig, seinen Körper gesund zu halten und durch Sport zu trainieren. Die Möglichkeiten sind dabei derzeit sehr begrenzt. Unser Sportplatz soll später offen sein für alle Gruppen, die Sport treiben wollen. Wir wollen die gesunde, sportliche Lebenweise durch diese neue Möglichkeit fördern!“, sagt Sergej Subok, den wir immer schon als verantwortungsvollen Direktor geschätzt haben. „Eine interessantere Gestaltung des Sportunterrichtes für die Kinder und Jugendlichen und auch die Möglichkeit, an heißen Tagen nicht in der stickigen Sporthalle unterrichten zu müssen sind weitere Gründe für diesen lang gehegten Wunsch. Wir sind beim Fördern unserer Schüler und deren Talente durch diese Zustände immer in der Zwickmühle zwischen der Sicherheit unserer Schüler und guten Unterricht zu entscheiden!“.

Fälle wie der von Veronika sind keine Einzelfälle. Auch Eremey Kotliarenko aus der 6b verletzte sich schwer auf dem Platz. Er zog sich einen komplizierten Bruch des linken Ellenbogengelenks zu. Wie schlimm diese Dinge für die Familien sind kann man nur erahnen. Wenn die ärztliche Versorgung  vergleichbar mit der unsrigen wäre könnte man sich entspannt zurücklehnen. Sie ist es aber leider nicht. Nicht selten müssen solche komplizierten Verletzungen in Gomel oder sogar in Minsk behandelt werden. Manchmal bleiben aufgrund der eingeschränkten Versorgung Langzeitschäden zurück.

Wir haben uns aus verschiedenen Gründen für dieses Projekt entschieden. Nur einige seien genannt.

Nicht nur wir alleine haben einen sehr persönlichen Bezug zu dem Ort Choiniki und der Schule Nr.3. Choiniki liegt sehr nahe an der verstrahlten Zone und für die Menschen gibt es keine Alternativen um aus der ungesunden Umgebung zu fliehen. Das heisst, man muss die Bedingungen dort ändern um das Leben lebenswerter zu machen. Die Schule Nr.3 hat bislang noch nicht viel von ausländischer Hilfe profitiert. Insbesondere in Choiniki wurden in den letzten Jahrzehnten oftmals die anderen Schulen intensiv unterstützt. Ein für uns ganz wichtiger Grund ist das lange Verhältnis zur Schule und zum Direktor Sergej Subok, dem wir zutrauen dieses Projekt professionell abzuwickeln und zu begleiten. Das ist eine absolute Voraussetzung für die Hilfeleistung vor Ort in Belarus.

Für dieses Projekt benötigen wir viele Spenden. Da es sich um ein Projekt für Kinder handelt, werden wir intensiv versuchen mit Schulen zusammen zu arbeiten. Wir hoffen einige Schulen zu finden, die unter dem Motto „Kinder für Kinder“ Sponsorenläufe machen. Die Hauptschule in  Emsbüren ist bereits mit gutem Beispiel vorangegangen. Die Schüler spendeten über den durchgeführten Sponsorenlauf bereits im Juni diesen Jahres 1300,00 Euro.

Unsere Bitte ist, sprecht Eure Bekannten an, die in den Schulen arbeiten. Erzählt von unserem Projekt und sagt uns, wann wir das Projekt in der Schule vorstellen dürfen. Das muss nicht heute oder morgen sein. Wir haben die Umsetzung des Projektes bis Ende 2018 geplant und hoffen, die etwa 45.000,00 Euro zusammen zu bekommen um einen Mehrfunktionenplatz zu bauen. Im zweiten Schritt ist die Erweiterung auf das Volleyball- und Basketballfeld vorgesehen.

Natürlich sind uns Privatspenden, Firmenspenden und jegliche Form der sonstigen Unterstützung sehr willkommen! Wir benötigen jeden Euro für dieses Projekt und freuen uns über jeden Betrag, Bitte helft uns dieses Projekt umzusetzen!

 

Sozialprojekt zur Unterstützung bedürftiger Familien

… Die Aufgaben der Sozialarbeiter sind vielfältig. An erster Stelle steht das Aufgreifen der Bedürfnisse der einzelnen Familien. Was brauchen sie am dringendsten? Sie halten den Kontakt zu den Familien, unterstützen sie im Alltag und passen stundenweise auf die Kinder auf, damit die Mütter etwas Freiraum bekommen, um am normalen Leben teilzunehmen. Bei der oftmals vorherrschenden 24-Stunden-Betreuung der Kinder ist der normale Einkauf für die Mütter schon ein lange zu planendes Ereignis. Für uns kaum vorstellbar.

Viele Mütter sind alleinerziehend, weil die Männer nach Geburt des behinderten Kindes sich aus dem Staub gemacht haben. Die Renten sind sehr niedrig. Es fehlt in diesen Familien an allem.

Geschichten wie die von Alexandra Wlasowa schockieren uns immer wieder. Das Mädchen wurde  gesund geboren, aber nach einem Monat bemerkte die Mutter, dass das Kind sich weniger bewegte. Nach umfangreichen Untersuchungen auf der Kinderstation und durch verschiedene Neurologen erfuhren die Eltern das erste mal von der Diagnose: Spinale Muskelatrophie. Diese Krankheit ist nicht heilbar und das Kind braucht ständige Pflege.

Die Ärzte waren hilflos, konnten oder hielten es nicht für nötig zu erklären, was das Kind mit dieser Krankheit braucht. Welche Medikamente, welche orthopädischen Hilfsmittel. Die Ärzte sagten nur, dass Alexandra mit dieser Diagnose schnell sterben werde, normalerweise vor Beendigung des ersten Lebensjahres.

Die Eltern informierten sich intensiv und lernten durch die Hilfe wohlwollender Menschen die notwendigen Fähigkeiten, um Alexandra weitestgehend selbst helfen zu können. Regelmäßige Atemübungen und auch Krankengymnastik führten dazu, dass sie im September ihren ersten Geburtstag feiern konnte.

Die Krankheit ist aber nicht geheilt und kann auch nicht geheilt werden. Viele Dinge werden in dieser Familie benötigt. Verschiedene Katheter u.a. für parenterale Ernährung, Ernährungspritzen, Trachealkompressen, Zubehör und Verbrauchsmaterial für das Beatmungsgerät, Windeln und spezielle Nahrungsmittel.  Außerdem braucht die Familie ein medizinisches Bett, einen Kinderwagen und vieles mehr. Das ist nur ein Beispiel von vielen.

Wir können weiter erzählen von Diana, 15 Jahre alt und an infantiler Zelebralparese erkrankt. Ihre Familie hat kein zusätzliches Einkommen außer die kleine Sozialhilfe für das Kind. Die Familie braucht aber außer den normalen Dingen zum Leben Medikamente und Windeln. Diana benötigt Massagen und Reha Sport. Undenkbar für diese Familie bei den finanziellen Verhältnissen.

Viele Beispiele könnten wir hier aufführen. Denis Kowalew, 9 Jahre alt aus Gomel oder Nikita Tscherniawsky, 14 Jahre aus dem Dorf Eremino. Wir kennen diese traurigen Geschichten aus eigener Erfahrung, weil wir die Familien vor einiger Zeit bereits persönlich besucht haben.

Das war vor zwei Jahren der Grund für uns, Patenschaften zu suchen, um einzelne besonders betroffene Familien zu unterstützen. Wir haben aber auch hier gemerkt, dass die Aktualität der Bedürfnisse in den individuellen Lebenssituationen in den Familien nicht über 2000 Kilometer Entfernung geregelt werden kann. Die Aktualität der übermittelten Informationen hält nicht stand mit der Entwicklung in den einzelnen Familien. Hier ist professionelle Arbeit vor Ort gefragt.

Wir erinnern uns an einen Besuchstag an dem wir vier Familien besuchen wollten. Sieben sind es dann geworden, weil die Wohnungen so nah beieinander lagen und wir sozusagen „auf dem Weg” kurz reingeschaut haben. Ab der vierten Familie waren wir nicht mehr imstande, die persönlichen Geschichten der einzelnen Familien aufzuschreiben. Soviel Schlechtes an einem einzelnen Tag kann man gedanklich einfach nicht verarbeiten.

Wir lernen immer mehr, wie wichtig gerade die unkomplizierte und schnelle Hilfe in den Familien ist. Deshalb haben wir unseren Partnern bereits seit einiger Zeit ein Budget für besonders schwierige Situationen zur Verfügung gestellt, über das sie frei verfügen können.

Gute Mitarbeiter, die für die Tätigkeiten in Frage kommen sind bereits ausgesucht. Auch ein Arzt ist bereits gefunden, der sich um die medizinischen Belange der Kinder und Familien kümmert. Langfristig ist geplant, das Projekt soweit auszubauen, dass wir für die Familien gleichzeitig drei Sozialarbeiter im Einsatz haben. Das Projekt wird bei „White Dove over Chernobyl” von den ehrenamtlichen Kräften geleitet, insbesondere von der Direktorin Viktoriya Jakovleva.

Neben den Kosten für die Arbeitskräfte fallen auch Kosten für die benötigten Medikamente und dringend benötigte Hilfsmittel an. Wir wissen, dass wir mit dieser Hilfe bei den Menschen ankommen, die diese Hilfe wirklich benötigen. Die Vergangenheit hat uns gezeigt, daß wir die richtigen Leute mit dem Herz am rechten Fleck vor Ort haben, die dieses Projekt jede Woche erneut zum Erfolg führen werden. Bitte helft uns bei der Umsetzung und Ausweitung dieses wichtigen Projektes!

Spenden dringend benötigt !

Wir haben dieses Projekt vorerst im kleinen Rahmen gestartet um mit planbaren, vorhandenen  Finanzmitteln für erste Hilfe zu sorgen. Wir wissen gleichzeitig, dass der jetzige Umfang nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist.

Für eine gute Versorgung der bedürftigen Familien benötigen wir mindestens die dreifache Anzahl an Sozialarbeitern. Da es sich hier um ein langfristiges Projekt handelt, welches nicht von einem Monat zum nächsten gestoppt werden kann, sind wir auf weitere monatliche Spender angewiesen um den Umfang zu erweitern und die so dringend benötigte Hilfe sicher zu stellen. Einmalspenden sind für die langfristige Planbarkeit in diesem Fall nicht ausreichend.

Wir bitten Euch deshalb eindringlich um eine monatliche Spende, die Euch nicht weh tut, aber den bedürftigen Familien sehr viel Entlastung im Alltag bringt. Besser einen kleinen Betrag, dafür aber langfristig gesichert. Davon lebt dieses Projekt.

Ihr könnt beim Spenden den Spendenzweck „Soziale Betreuung“ angeben, dann wird Eure Spende garantiert für dieses Projekt verwendet. Regelmäßige Spenden  sind auch über unser Online-Formular möglich! Die Auswahl des Spendenzwecks ist auch hier ohne Probleme möglich.

 

 

Vereinfachter Zuwendungsnachweis

Aufgrund des nicht unerheblichen Aufwands zur Erstellung und Versendung von Spendenquittungen und den damit verbundenen Kosten haben wir uns nach Rücksprache mit unserem Steuerberater entschlossen für Mitgliedsbeiträge und Spenden kleiner 200,- Euro den vereinfachten Zuwendungsnachweis anzubieten.

In diesem vereinfachten Zuwendungsnachweis sind alle Informationen enthalten, die das Finanzamt zur Prüfung des Steuerabzugs benötigt. Zusammen mit dem Überweisungsbeleg hat dieses Dokument die gleiche Funktion wie eine individuell ausgestellte Spendenquittung (Zuwendungsnachweis). Das Dokument kannst Du hier:

https://dl.dropboxusercontent.com/u/110076254/Vereinfachter_Zuwendungsnachweis_2016.pdf

bekommen. Gerne senden wir Dir auch eine gedruckte Version zu. Falls jemand aus irgendwelchen Gründen für Beträge unter 200,- Euro doch eine Spendenquittung benötigt, dann reicht eine kurze Nachricht an den Vorstand aus. Für Spenden über 200,- Euro werden weiterhin wie gewohnt am Ende jedes Jahres die Spendenquittungen per Brief verschickt.